Freiwillige Feuerwehr

Entstehung der Falkenberger Feuerwehr
Über die Entstehung der Feuerwehr Falkenberg gibt es keine genauen Angaben, zumal sämtliche Unterlagen durch Kriegseinflüsse und durch die Besatzungszeit verloren gegangen sind. Ehrenurkunden belegen allerdings die Mitgliedschaft von ehemaligen Kameraden in der Feuerwehr Falkenberg seit 1901 und 1905. Ebenfalls konnte in Erfahrung gebracht werden, dass man schon am Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz einer Handdruckspritze war. Das traurigste Ereignis in der Geschichte der Falkenberger Feuerwehr trug sich am 17. Juni 1917 zu. Als man sich an diesem Tag auf dem Heimweg von einer Brand­bekämpfung in Hombergshausen befand, verlor man an der abschüssigen Nollen-straße die Gewalt über das Fahrzeug. Es geriet von der Straße ab, stürzte in den Graben und begrub den Feuerwehrmann Wilhelm Wiederhold unter sich. Der Verunglückte erlag kurze Zeit später seinen Verletzungen.

1946 Neugründung der Falkenberger Wehr
Nach dem zweiten Weltkrieg traf man sich zur Neugründung der Falkenberger Wehr. Zum Ortsbrandmeister wurde Karl Rose gewählt. Schwierigkeiten finanzieller und materieller Art waren zu bewältigen. Die im Jahr 1936 erworbene Motorspritze wurde in dem ersten Nachkriegsjahr durch die im Schloss untergebrachten amerikanischen Besatzungstruppen lange Zeit zum Waschen ihrer Fahrzeuge benutzt und durch unsachgemäße Handhabung stark beschädigt. Als die Feuerwehr wieder Herr über die Spritze wurde, war sie unbrauchbar und musste durch eine Kasseler Firma generalüberholt werden. In den fünfziger Jahren ging es mit steigendem wirtschaftlichem Wohlstand auch bei der Feuerwehr von Jahr zu Jahr aufwärts.

1951
1951 übernahm Ernst Quanz die Leitung der Feuerwehr für ein halbes Jahr. (Bis1996 sollte er 1. Kassierer der Freiwilligen Feuerwehr Falkenberg bleiben). Es folgte der Kamerad Rudolf Wölling, der im Jahr 1952 von Eduard Rohde abgelöst wurde.

1953 Entstehung Feuerwehrgerätehaus
Im Jahr 1953 gelang es der Gemeinde nach langen Verhandlungen mit dem damaligen Besitzer des Falkenberger Schlosses Oscar Henschel, einen Teil der zum Rittergut gehörenden „Bleiche“ zu pachten, später konnte es dann käuflich erworben werden. Auf diesem Grundstück entstand das Feuerwehrgerätehaus. Anlässlich zur Einweihung fand am 31. Juli und 1. August 1954 der erste Bezirksfeuerwehrtag nach dem Krieg in unserem Dorf statt.

1958 Wahl eines neuen Ortsbrandmeisters
Im Februar 1958 wurde Heinz Völker zum neuen Ortsbrandmeister gewählt.

Die Einsatztruppe von 1962

Die Einsatztruppe von 1962

1962-1965 Kauf eines Löschfahrzeugs und Bau einer Garage
Die Beförderung der Motorspritze erfolgte bis zum Jahre 1962 mit einer Zugmaschine. Um den Anforderungen einer schnellen und modernen Brandbekämpfung gerecht zu werden, wurde im selben Jahr von der Deutschen Bundespost ein ausgemusterter 1,75 t Opel-Blitz gekauft und in eigener Arbeitsleistung zu einem zweckmäßigen Löschgruppenfahrzeug umgebaut. Damit das Fahrzeug ordnungsgemäß untergebracht werden konnte, wurde in den Jahren 1964/1965 eine Garage an das Gerätehaus angebaut. Über ihr wurde noch zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Die Rohbauarbeiten wurden von den Feuerwehrkameraden in freiwilliger Arbeit unentgeltlich ausgeführt. Am 29. und 30. Mai 1965 fand zur Einweihung des Gerätehauses der zweite Bezirksfeuerwehrtag in Falkenberg statt.

1966 Anschaffung einer neuen Tragspritze
Im Jahre 1966 wurde eine neue Tragkraftspritze angeschafft, da die aus dem Jahre 1936 stammende TS nicht mehr der vollsten Zufriedenheit entsprach. Vom 11. bis 13. Juli 1969 war die Feuerwehr Falkenberg Ausrichter des Kreisfeuerwehrtages. Höhepunkt waren der „Große Zapfenstreich“ mit unserem Spielmannszug und der Kapelle Schaller im Schlosshof, sowie der Festzug mit 1500 Teilnehmern und 15 Musik- und Spielmannszügen. Die Gebietsreform erfasste auch unsere Wehr. Die erste Jahreshauptversammlung der neuen Großgemeinde fand in Wabern statt und Kurt Fennel wurde Ortsbrandmeister aller Ortsteilwehren.

1984 Großbrand eines Scheunengebäudes
War die Wehr aus Falkenberg bisher nur zu Großbränden in die Nachbargemeinden Hebel, Rockshausen und Unshausen gerufen worden, blieb unsere Gemeinde von größeren Bränden bisher verschont. Dies änderte sich am 23. Dezember 1984. Ein Scheunengebäude des Landwirtes Heymell brannte in voller Ausdehnung. Insgesamt 73 Feuerwehrleute aus Falkenberg, Wabern, Hebel und Rockshausen waren im Einsatz. Durch das schnelle Eingreifen aller Wehren konnte ein Übergreifen des Feuers auf andere Gebäude verhindert werden. Nach zwei Stunden war der Brand bis auf einzelne Brandnester abgelöscht. Da Einsturzgefahr bestand, konnten sie erst im Laufe des nachfolgenden Tages nach Entfernung des Dachstuhls und der ein sturzgefährdeten Mauerteile gelöscht werden.

1986 Wahl eines neuen Wehführers
Am 27. Dezember 1986 fand ein Generationswechsel statt. Heinz Völker stand als Wehrführer aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung. Nach dreißig Jahren übergab er sein Amt an Reinhold Schönewolf.

1987 Ausbau des Feuerwehrgerätehauses
1987 wurde das Feuerwehrgerätehaus ausgebaut und ein dringend benötigter Unterrichtsraum hergerichtet. Die Ausbildung der Feuerwehr wurde immer wichtiger, da das Gefährdungspotential durch neue Technologien und neue Baustoffe, die im Brandfall giftige Gase entwickeln, Anwendung fanden. Zum festen Bestandteil einer Lehrveranstaltung gehören heute schriftliches Unterrichtsmaterial, Tageslichtprojektor, Video- und Fernsehgerät. Daneben werden regelmäßig Lehrgänge auf Kreisebene durchgeführt. Hierzu gehören Grund-, Maschinisten-, Sprechfunk-, Atemschutzgeräteträger- und Truppführerlehrgänge. Weitere Lehrgänge für Führungskräfte werden an der Landesfeuerwehrschule in Kassel angeboten.

1990 Gründung der Jugendfeuerwehr
Im Mai 1990 gründeten 20 Jungen und 13 Mädchen die Jugendfeuerwehr Falkenberg. Die Nachwuchsgewinnung für die Feuerwehr ist ausgesprochen wichtig und durch die Arbeit in den Jugendwehren werden der Einsatzabteilung immer wieder motivierte ausgebildete Nachwuchskräfte zugeführt. Zur Zeit sind 18 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr aktiv.

1991 Brand in der Jugendherberge Mosenberg
Am 23. November 1991 um 7:17 Uhr wurde ein Feuer in der Jugendherberge Mosenberg gemeldet. Beim Eintreffen der Feuerwehr wurde starke Rauchentwicklung festgestellt. Ein Vorgehen war nur unter schwerem Atemschutz möglich. Die gesamte Herberge wurde nach Personen abgesucht, die sich eventuell noch im Haus befinden konnten. Gleichzeitig wurde der Brandherd im Kaminzimmer gelöscht. Zur Unterstützung wurden noch sieben Wehren aus unserer Großgemeinde herangezogen.

1992 Großbrand in der Bergstrasse
Ein weiterer Großbrand ereignete sich am 28. Februar 1992. Aus einem Haus in der Bergstraße schlugen Flammen aus den Fenstern des Erdgeschosses. Da sich laut Aussage einer Bewohnerin noch eine Person im Obergeschoss befinden sollte, mussten Atemschutzgeräte eingesetzt werden. Mit Hilfe der Wehren aus Wabern, Hebel und Rockshausen wurden alle Räume mehrmals von Atemschutztrupps durchsucht. Wie sich später herausstellte hatte die Person das Gebäude bereits vor dem Brand verlassen. Durch gezielten Einsatz konnte ein Übergreifen des Feuers auf das Obergeschoss und die Nachbarhäuser verhindert werden.

1994 Anschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs
Im Dezember 1994 bekam unsere Wehr ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W). Neben Atemschutzgeräten, deren dringende Notwendigkeit sich bei den beiden vor­genannten Bränden erwiesen hatten, werden im Fahrzeug 500 Liter Wasser mitgeführt, die beim Eintreffen an der Brandstelle innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung stehen, so dass jetzt ein schnelleres Eingreifen möglich ist. Ebenfalls mit angeschafft wurde eine neue Tragkraftspritze modernster Art.

Die Einsatztruppe von 1996

Die Einsatztruppe von 1996

1996 Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens und Wahl eines neuen Wehrführers
1996 erfolgte die Anschaffung eines VW-Busses als Mannschaftstransportwagen. Das Fahrzeug konnte kostengünstig vom Bundesgrenzschutz in Duderstadt erworben werden und wurde aus Mitteln des Feuerwehrvereins finanziert. Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember 1996 erfolgte erstmals die Trennung des Amtes als Vereinsvorsitzender und Wehrführer. Reinhold Schönewolf blieb weiterhin 1. Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Falkenberg und Michael Liehr wurde neuer Wehrführer.

Heute
Derzeit sind 25 Männer in der Einsatzabteilung aktiv. Aufgrund der technischen Ausrüstung und des guten Ausbildungsstandes ist somit der Brandschutz in Falkenberg sichergestellt.

Seit 2006 wird das Amt des 1. Vorsitzenden von Marco Desort (Stellvertreter Claus Jäger) bekleidet, den Posten des Wehrführers besetzt Ralf Faust (Stellvertreter Jan Quanz).